08.05.2023
Schweinebauchschwarte
Am Sonntagnachmittag den 07.05.2023 hat Gerome gegen 17:16 Uhr nach langem Auswürgen seiner Brut einen langen Streifen "Schweinebauchschwarte", das ist die Bauchhaut mit Bauchfett vom Schwein, ausgewürgt. Wo er diese gefunden hatte, ist uns ein Rätsel. Seine Jungen haben gierig versucht diesen schmalen und langen Futterbrocken, der einer Schlange ähnelte, aufzunehmen. Das Volumen dieses Futterbrockens hätte ausgereicht, um den Magen eines Jungstorches in diesem Alter mehrfach zu füllen, weshalb es auch keinem gelang den Futterbrocken vollständig zu schlucken. Gut die halbe Länge der "Schweinebauchschwarte" passte nicht mehr rein und musste außerhalb vom Schnabel verbleiben. Den äußeren Teil wollten dann seine Geschwister aufnehmen, was ebenfalls misslang, da der bereits verschluckte Teil von seinem "Besitzer" nicht mehr freigegeben wurde und auch von diesem nicht mehr ausgewürgt werden konnte.
Gegen 18:00 Uhr ist dann Frieda zum Brutwechsel eingetroffen und ihr Brutpartner Gerome hat den Horst verlassen, um wieder auf Futtersuche zu gehen. Frieda würgte nach wenigen Augenblicken das mitgebrachte Futter ihren Jungen in die Horstmulde. Die Jungen stürzen sich dann gierig auf das Ausgewürgte, denn sie haben nicht lange Zeit zum Fressen. Kurz nach einer Fütterung putzt der Brutstorch schon wieder die Nistmulde und frisst das noch vorhandene Futter zurück. Dabei hat Frieda auch den außenliegenden Teil der "Schweinebauchschwarte" erwischt und wollte ihn zurückfressen, was ihr auch nach mehrmaligen Versuchen nicht gelungen ist. Den bereits vor ca. einer Stunde von einem Jungstorch geschluckte Teil der "Schweinebauchschwarte" konnte auch Frieda nicht mehr aus dem Schlund und Magen des Jungstorches ziehen.
Da es für den Jungstorch kein "Vor" und auch kein "Zurück" bezüglich der halb geschluckten Schweinebauchschwarte gab, wäre eine weitere Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich gewesen und er "mit vollem Magen" verhungert.
Glücklicherweise wurde die Feuerwehr Höchstadt von unseren aufmerksamen Webseitenbesuchern auf diese Notsituation hingewiesen und konnte den Jungstorch um 18:55 nach kurzer Rücksprache und Ferndiagnose per Webcam erfolgreich von seiner nicht eben artgerechten Beute befreien. Ein herzliches Dankeschön an die Feuerwehr Höchstadt.
Das ganze Drama wurde von unserem Webseitenbesucher Herrn Ehmer mitgeschnitten und auf YouTube unter nachfolgendem Link zur Verfügung gestellt.
https://www.youtube.com/watch?v=Dg5P1rtaY2U&t=178s
L.G. cepetta
Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben,
sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.